Auszug aus den Tagebüchern von Rakar Kaîrun
20. Tag des 3. Uial im Jahre 189 nach Erlangen der Freiheit
Zusammen mit Moya bin ich im Sonnenbergtal angekommen. Wir waren ein wenig besorgt, dass Bronwyn und Jae nicht am vereinbarten Treffpunkt auf uns warteten. Sie werden ihre Gründe haben für die Verspätung, hoffentlich ist Ihnen nichts passiert.
In der Taverne wimmelte es bereits von Bekannten und Neuen Gesichtern. Anscheinend waren wir nicht die Einzigen, die um Hilfe gebeten wurden. Der Brief von Lady Myria war ja äusserst knapp ausgefallen und alle warteten gespannt auf weitere Informationen. Auch die Herzöge Aralas und Chivas von Osgallon und Lord Mellion vom Silberwald machten Lady Myria ihre Aufwartung. Sie konnten jedoch nicht lange bleiben, erwarteten doch dringende Geschäfte ihre Aufmerksamkeit.
Nach einem vorzüglichen Abendmahl, richtete Lady Myria das Wort an uns. Seltsame Vorgänge seien ihr berichtet worden. Vieh verschwinde spurlos von den Weiden und Dorfbewohner, welche der Bedrohung zu Nahe kommen, verlieren ihren Verstand. Ihre Armee genüge knapp um die Ländereien zu beschützen, hat jedoch keine Möglichkeit dem Unheil auch noch auf die Spur zu gehen.
Dies klang ja alles ziemlich geheimnisvoll. Doch wir mussten nicht lange warten um einen ersten Blick auf die Bedrohung zu erhaschen. Merkwürdige Echsenmenschen näherten sich der Taverne. Die Söldner und andere anwesende Krieger machten jedoch kurzen Prozess mit ihnen.
Gerade als Moya und ich uns zur Nachtruhe zurückgezogen hatten, erreichte uns die Nachricht, dass weitere Oriosen eingetroffen waren und dass sie verletzt seien. Dies mussten Bronwyn und Jae sein! Zu unserer Erleichterung fanden wir sie gut umsorgt. Jae wurde von Laslo verarztet, während sich eine Magierin um Bronwyn kümmerte. Schon bald waren die beiden wieder Ansprechbar und sie erzählten von Fährten welchen sie zuerst gefolgt seien, bevor sie von Echsenwesen überrascht und bis zur Taverne verfolgt wurden. Kurz bevor sie sich in Sicherheit bringen konnten, wurden Sie eingeholt und verwundet.
Nach diesem Schreck war dann definitiv Zeit die Kräfte zu regenerieren und wir begaben uns zu Bett.
21. Tag des 3. Uial im Jahre 189 nach Erlangen der Freiheit
Bronwyn vereinbarte mit Lord Victor und seinen Sinfathi eine Zusammenarbeit und so zogen wir schon bald los auf der Suche nach mehreren Elementen, welche in der Gegend zu finden seien und uns bei der Lösung des Rätsels um die Echsen hilfreich sein könnten. Ich übernahm den Pfad am Hang des Berges, welcher viele Schlupflöcher besass, jedoch keine Elemente freigab. Bronwyn war da am Flussufer erfolgreicher. Sie erspähte zwei der gesuchten Elemente. Mit vier Elementen machten wir uns zurück zur Herberge um die Inschriften und Noten genauer zu erforschen.
Dort erwartete uns ein sonderbares Bild. Ein lebender Haufen Steine schritt im Kreis, einige Recken versuchten ihn anzugreifen, doch Sie scheiterten kläglich. Shakti, der Schamane erkannte, dass der Haufen Steine, ein Erdelementar, wie wir später erfuhren, erbost sei und eine Entschuldigung von uns verlange. Nachdem alle Anwesenden vor dem Elementar auf die Knie gingen, war es beschwichtigt und zog von dannen.
Jae machte sich gleich daran mit der Hilfe von Oranus die Elemente zu entziffern und zusammenzusetzen. In der Zwischenzeit kehrten die Echsen zurück, dies jedoch nicht alleine, sondern in Begleitung eines mächtigen Schwarzmagiers, der sich als Herrscher über dieses Tal vorstellte. Er verlangte Rache für die gefallenen Echsen und forderte die Köpfe der Übeltäter. Nach langem Verhandeln von Lord Victor und Sir Argo von den Oisin Sa’ar gab sich der Zauberer mit fünf Schwertern und Nahrung zufrieden und liess uns Zeit bis zum Abend das Tal zu verlassen.
Jae und Oranus konnten die gefundenen Teile zusammensetzen und entdeckten, dass sich dabei ein Lied über die vier Elemente ergab. Um dieses zu vervollständigen fehlten jedoch noch zwei bis drei Teile. Jae und Benorgas beteten darauf zu ihren Göttern und erhielten Hinweise, wo eines zu finden sei.
Die Suche wurde dadurch erschwert, dass die Echsen den Taleingang bewachten und uns nicht passieren liessen. Ein Ablenkungsmanöver erlaubte jedoch den Durchbruch von Lord Victor. Doch die Recken wurden immer ungeduldiger und so wurden die Echsen angegriffen und ausgeschaltet.
Nun stand uns das Tal offen und die Suche konnte weiter gehen. Bronwyn bewies wieder ein glückliches Händchen und fand das gesuchte Element.
Zurück beim Haus erhielten wir Besuch von einem Wasserelementar. Dieses wollte vor allem Spass und nachdem die Handwerker ein Bad im kalten Wasser „genossen“, übergab es uns einen Ring. Ein ähnlicher Ring konnte auch bereits dem Erdelementar abgerungen werden. Dies lies den Schluss zu, dass sowohl Wind als auch Feuer uns noch einen Besuch abstatten sollen.
Der Nachmittag verlief eher ruhig. Zeitweise griffen einige Echsen an, was wiederum zu Arbeit für die Heiler führte. Das Windelementar erschien und stellte uns eine Aufgabe, diese konnte von Arsit dem Waldläufer gelöst werden. Als Belohnung erhielten wir den Ring des Windes.
Um den Aufenthaltsort eines weiteren Teiles zu ergründen führten die Schwarzmagierin, welche auf unserer Seite stand und auch schon Bronwyn geheilt hatte, und Shakti ein Ritual durch. Gerade als dieses zu Ende ging, griffen die Echsen wieder in voller Stärke an. Die dabei zugezogene Verletzung hinderte mich an der folgenden Expedition teilzunehmen. Ein Heiltrank der Elbenziehmutter half mir jedoch zum Glück wieder auf die Beine.
So wurde das letzte Teil ohne meine Hilfe gefunden und das Lied konnte komplettiert werden.
Der Abend verlief ruhig und ein von Jae durchgeführtes Ritual sollte uns die Nacht über vor Bösen Wesen beschützen.
Erschöpft von den vielen Strapazen begaben wir uns zu Bett und verpassten so das Erscheinen des Feuerelementars.
22. Tag des 3. Uial im Jahre 189 nach Erlangen der Freiheit
Ein Zischen riss mich aus meinen Träumen. Das Schwert war zur Hand noch bevor die Augen ganz auf waren. Und zu meinem entsetzen stand eine Echse mitten im Schlafgemach! Es gelang den gut gerüsteten Kämpfern die Echsen aus dem Haus zu vertreiben und die Türe zu sichern. Die Echsen hielten jedoch den Vorplatz, dies auch weil eine Echse mit einem Bogen bewaffnet war.
Shakti und mir gelang es uns durch ein Fenster aus dem Haus zu schleichen, die Echsen zu umrunden und auszuschalten, das anschliessende Scharmützel führte zu einem weiteren Lazarettbesuch meinerseits.
Der Morgen schritt voran und unsere Stellung wurde immer sicherer. Da bekamen wir überraschend Besuch von den Elfen des Tales. Sie brachten uns einen Altar. Zusammen mit den vier Ringen und dem Lied konnten wir auf dem Altar vier mächtige Kugeln beschwören welche uns entweder vor Bösem beschützen oder dieses vernichten soll. Die Priester waren sich über die Wirkung nicht ganz einig…
Der Mittag kam immer näher und die Spannung stieg. Es war klar, dass der Magier bald wieder auftauchen müsste, schliesslich hatten wir das Tal nicht verlassen und weitere seiner Echsen getötet.
Da kam eine Dorfbewohnerin in Panik auf uns zugeeilt. Sie erzählte davon, dass die Vroni hinter dem Hügel als Geisel genommen wurde. Nun ja, wenn Oriosa nicht zu den Oriosen kommt, müssen die Oriosen Oriosa halt zurückerobern. In diesem Sinne zogen wir gegen den Magier ins Felde.
Es folgte eine schwierige Schlacht. Wir bildeten einen Kreis am Fluss, einerseits in der Hoffnung, dass die Kugeln alles Böse aus unserem Kreise ausschliessen mögen, andererseits um uns besser vor Angriffen zu schützen. Die Echsenwesen griffen jedoch unermüdlich an und so wurde der zweite Plan ausgeführt. Und so nahmen die vier Auserwählten (Jaeshra war eine davon) je eine Kugel und stürmten todesmutig auf den Magier los um ihn einzukreisen. Bronwyn und ich blieben in Jaes Nähe um sie zu beschützen, doch die Götter waren uns Hold und niemand aus unserer Gruppe wurde getroffen. Und so gelang es uns den bösen Magier zu zerstören und das Unheil aus dem Tale zu verbannen. Denn die übrig gebliebenen Echsen flohen durch das magische Tor, welches sich hinter Ihnen schloss.