Das magische Tor

Reisebericht von der Reise zum magischen Tor

Dritter Tag des zweiten Monds im ersten Umlauf.

Der weise Haerin und Benorgas kommen überein dass Oisin uns den Weg nach Südosten weist. Eine lange Reise stehe bevor. Benorgas wird zwar immer besser im lesen der Sterne und der Zeichen, doch noch traue ich der Erfahrung von Jahrhunderten mehr die Haerin hat. Wir ziehen los wie Oisin es uns gezeigt hat und erreichen nach langer Reise den verschneiten Pass vor uns tobt ein Schneesturm. Wir wollen rasten und warten bis der Sturm abzieht aber Benorgas besteht darauf den Pass bei dem Sturm zu überqueren. So stapfen wir in die weisse Wand und überlassen unserem Kleriker die Führung. So stossen wir auf  Herzogin Elixa Alanté, Heilerin Anorechuiwen und die Priesterin Jaeshra Carbin von den Oriosen. Sie wurden durch den Sturm von den anderen getrennt und irrten durch den wirbelnden Schnee. Nun war uns klar warum Oisin uns auf den Pass führte. Wir führten die Oriosen aus dem Sturm und geleiteten die Kriegerlose Herzogin zum nächsten Gasthaus. Eine Wegstunde vom Gasthaus entfernt führt Oisin Fynns Weg zu einem Baum in dessen Stamm ein metallener Splitter steckt. Es bereitet uns ziemliche Mühe dieses flache Metalldreieck aus dem Baum zu ziehen. Seltsame Buchstaben sind darauf eingeritzt. Wo immer das Teil herkam musste es noch mehr geben. So legte ich es in ein Taschentuch und verwahrte es sorgfältig.  Das Haus lag in einem Tal zwischen hohen Bergen. Oisin beschien unseren Weg und wir erreichten leicht den Gasthof. Im unteren Stock war eine Taverne eingerichtet, die erstaunlich voll war. Es schien irgendetwas im Gange zu sein den neben pöbelnden Bauern sassen hier viele Krieger und Magier. Der Hausherr, selbst Magier, stellte uns eine Unterkunft für die Nacht zur Verfügung und erzählte uns von einem Wettbewerb, der hinter einem magischen Tor stattfinden sollte. Er werde jedoch später mehr verraten. Dies erklärte die ganzen Reisenden in diesem Haus. Um seinen Hals hing ein metallener Splitter in derselben Art wie Fynn ihn gefunden hatte. Laut seiner Geschichte fand er ihn in der Nähe des Hauses. Je länger je mehr war ich neugierig was es mit diesen Splittern wohl auf sich haben könnte. In der Taverne trafen wir auch erste Bekannte. Unter anderem den Wirt, der sich als der Tikonier Thalat herausstellte. Auch der Frunzländer Bergeraque und der Saarwürker waren uns bereits aus Kemen bekannt.  Die Bauern redeten von grossen Wölfen die sie jagen wollten und machten einen Riesenradau weil die eine Familie nicht mit der anderen auskam. Schon waren die ersten Waffen und Rüstungsteile verschwunden und mir wurde klar dass es sich bei den Bauern nicht nur um streitenden sondern auch um stehlenden Pöbel handelte. Nach einem Mahl aus Würsten, Kraut und Suppe ging ich nach draussen um etwas frische Luft zu schnappen. Fynn tat das Kraut aus dem ehemaligen Sippengebiet der Uruloki nicht gut und sie musste sich hinlegen. Ich kann mir durchaus vorstellen dass solch herbes Zeug, gewürzt nach tikonischer art einer Elfe etwas zusetzt. Draussen lernte ich Tjara kennen, eine ‚magisch begabte’ wie sie sagt. Sie scheint weder der hellen, noch der dunklen Seite der Magie zuzusprechen und mir fehlt das Wissen um genau sagen zu können welche art Zauber sie wirken kann. Sie kehre jedes Jahr zu diesem Gasthaus zurück. Auf die Frage was sie über diese Splitter wisse antwortete sie indem einer dieser Splitter in ihrer Hand erschien. Wofür sie gut seien wisse sie allerdings auch nicht.  Ein Schrei schreckte uns aus der Unterhaltung. Zuerst dachte ich es seien wieder die lärmenden Bauern, doch als ein zweiter Schrei folgt war ich mir sicher dass etwas nicht stimmte. Tjara und ich eilten zu einer Stelle am Weg Richtung Talgrund und fanden den Hausherren in seinem Blut. Eine tiefe Wunde klaffte an der rechten Seite. Ich berührte seinen Hals, wie ich es bei den Elfen lernte um zu sehen ob das Leben noch durch seinen Körper pulsierte. Nichts. Der Magier war Tot.

Im dunklen war nicht genau auszumachen welche art von Wunde den Besitzer des Gasthauses niedergestreckt hatte doch der Splitter hing noch immer um seinen Hals. Diebstahl war also nicht der Grund. Damit der Splitter nicht in die plündernden Hände der Bauern fiel nahm ich ihn an mich. Danach trug ich den Toten hoch zum Gasthaus und legte ihn in die Taverne. Benorgas untersuchte die Leiche mit einigen anderen Gelehrten während Dorian die Schaulustigen mit seiner Lanze auf Distanz zu halten versuchte. Eine wahre Unordnung herrschte nun im Gasthaus. Ich erklärte Thalat das nun er der Eigner sei. Auf alle Fälle bis die Sache geklärt würde. Er schien verwirrt, doch wer wäre das nicht wenn der Hausbesitzer Tod auf dem Tisch liegen würde. Nachdem Benorgas dem Toten geleit gegeben hatte und ihn den Bauern zur Beerdigung übergab kam er zu mir. Er und ein Magier in weissen Gewändern waren zur Überzeugung gelangt das messerscharfe Krallen die Wunden verursacht hätten. Sofort dachte ich an die Riesenwölfe von denen die Bauern geredet hatten und die Geschichte mit der Bestie, die mich im Lande Hornstein einst schwer erwischte. Als ich mich etwas umhörte kamen Gerüchte von Echsenmenschen und Riesenwölfen durcheinander bis es sich um in Pelz gehüllte Echsen zu handeln schien. Noch wusste ich nichts damit anzufangen und beschloss, begleitet von den Zwillingskriegern Dorian und Benorgas, die Privatgemächer des Hausherren zu durchsuchen. Auf Tischen verstreut lagen etwa fünf der Splitter und Pergamente in verschiedenen Sprachen. Während Dorian an der Tür Wache hielt brachten Benorgas und ich alles in Sicherheit.

Vor dem Haus trafen wir einen schwer gerüsteten Krieger, der sich uns mit dem Namen Lord Victor vom Orden des Sinfath vorstellte. Zu seinem Gefolge gehörten einige Söldner, ein Priester und der Magier in weiss. Eine Lady reiste mit Geleitschutz ebenfalls in seiner Gegenwart. Er zog mit seinen Männern Talwärts um den Wölfen oder was immer hier zu jagen schien den Garaus zumachen. Unterdessen stellte sich ein komischer Kauz mit Klingen, die in die Finger gearbeitet waren als Kunstnarbenmacher vor. Mit seiner Sense bot er einen wahrlich seltsamen Anblick und die Klingen und das verkrustete Blut machten ihn nicht Sympathischer. Wir hielten in unserem Zimmer eine Unterredung mit den Oriosen und Tjara um unsere Splitter zusammenzufügen und die Pergamente zu untersuchen. Drei Splitter konnten wir zusammensetzten der Rest und die Schriften blieben uns grösstenteils ein Rätsel. So kehrten wir nach draussen zurück wo mich der Kunstnarbenmacher unruhig empfing. Er wollte etwas gesehen haben. Eine Kreatur, die in gebückter Haltung herumgeschlichen sei. Doch nun schien sie weg. Wenig später hörten wir vom Tal Kampfeslärm. Der Lord schien etwas gefunden zu haben. Wir unterhielten uns etwas und warteten auf den Lord, der wohl bald mit einigen Toten Wölfen zurückkehren würde. Nach einer Weile wurden wir Unruhig und beschlossen der Sache nachzugehen. Vorsichtig legten wir, begleitet von Tjara,  den Weg ins Tal zurück, wir überquerten eine Brücke die am Grund des Tals den Fluss überspannte und kurz danach stiessen wir auf einen Verletzten. Doch von Lord Victor fehlte jede Spur. Ich beschloss dass wir noch etwas den Hügel hinauf gehen. Benorgas rechts und ich links schützten mit Schilden den Dorians Lanze in der Mitte. Schatten erweckten meine Aufmerksamkeit. Zu dicht und schwarz für Sträucher verharrten wir bis Männer des Lords zu uns stiessen. Erst dann beschloss ich den Schnee zu betreten und prompt flohen drei Gestalten vor uns. Aus Furcht sie könnten dem Tross mit dem Verletzten den Weg abschneiden zogen wir uns zurück. Die Männer des Lords berichteten beim Haus werde gekämpft. Keine zweihundert Schritt vom Haus entfernt hatten Krieger ein Wesen gestellt. Kauernd und mit Pelz bekleidet zischte es uns an. Dies war also der Echsenmensch. Als das Wesen begriff das wir es eingekesselt hatten ging es laut fauchend auf uns los. Nach kurzem Kampf hatten wir es ausser Gefecht gesetzt. Es lebte noch aber war bewusstlos. Gemeinsam mit den Kämpfern trugen wir es zum Gasthaus und fesselten es dort an einen Stuhl. Ich blieb hinter dem Wesen und legte meinen linken Arm um seinen Hals. In der Rechten hielt ich den Langdolch um es wieder niederzuschlagen falls es nötig war und es war nötig. Das Wesen zeigte sich als erstaunlich wiederstandsfähig. Ich hatte es in festem Griff so dass ich es nicht ständig niederzuschlagen brauchte. Seine dunklen Augen funkelten böse und es versuchte Ständig mich zu beissen. Durch ein Gebet zu Oisin erfuhr unser Kleriker dass es durch und durch böse Wesen seihen und nur Schlechtes wollten. Nun war klar, wir mussten das Wesen töten.  Doch selbst ein gebrochenes Genick heilte das Untier innerhalb von Sekunden. Also trugen wir das Ding nach draussen um es dort zu Köpfen und ein Magier sollte einen Feuerball darauf wirken. Die Fesseln, der Stuhl und das Fell verbrannten. Nur das Untier stand wieder innerhalb Sekunden und war frei.

Wir bekämpften es erneut und rammten es an eine Wand. Benorgas setzte ihm das Schwert auf die Brust. Das Vieh riss sich los, stürzte in das Schwert und ging tot zu Boden. Verdutzt sah ich Benorgas an. Er schien ebenso verwundert wie ich und wusste nicht warum das Ding starb. Er vermutete es sei der Herzstich gewesen, den er dem Tier beigebracht habe und uns erschien die Erklärung einleuchtend. Benorgas lachte, hatte ihm seine Waffe doch eben ihren Namen verraten: Echsenstecher.

Die Gefahr für das Haus schien vorerst gebannt und so legten wir uns etwas hin. Behielten jedoch unsere Rüstung am Körper. Als wir aus dem Schlaf schreckten, es musste beinahe Morgen sein, hörten wir die Rufe von kämpfenden die Räuber seien schon auf der Treppe. Warum hatte niemand zu den Waffen gerufen? Wir stürmten raus und stellten sofort etwa Fünf Banditen auf dem oberen Absatz der Treppe. Schild an Schild wurden sie von uns zurückgedrängt und einer nach dem anderen niedergemacht bis mehrere Schläge meine linke Schulter zertrümmerten und mir die Sinne schwanden.

Ich bekam durch den Schleier der Ohnmacht nur mit wie der weisse Magier vorschlug uns den Gnadenstoss zu geben. Als ich unter Schmerzen erwachte lagen wir in Mitten der toten Banditen. Es roch nach verbranntem Fleisch und angesengtem Holz. Dieser unfähige Magier hatte uns wirklich für Banditen gehalten und einen Flammenzauber auf uns gewirkt. Als der Heiltrank von Anor die stärksten Schmerzen betäubt hatte schleppte  ich mich mit Hilfe der Söldner der 17. Nacht zu Benorgas. Seine Rippe war gebrochen und er roch nach verbrannten Haaren. Oder war ich das?

Nach kurzer Unterredung mit Lord Victor, der sich unterdessen wieder eingefunden hatte, holte dieser den Magier um ihn zur Rede zu stellen. Dieser verweigerte uns eine Entschuldigung. Wir fragten ihn darauf wie gut er denn ohne Hände zaubern würde…

Nach kurzem aber tiefen Schlaf wurden wir von Jae geweckt. Sie wollte Durchlaucht Elixa befreien, die anscheinend in der Nacht entführt worden war. Meine Verletzte Schulter verhinderte leider dass ich an dieser Aktion teilnahm. So schleppte ich mich durch den Morgen. Die Schulter heilte zwar wesentlich schneller als gewöhnlich doch mindestens bis um Mittag war an das halten eines Schilds oder das führen einer Waffe in der Zweithand nicht zu denken. Ich brachte den Vormittag damit zu Scherbenteile und eine magische Kugeln aufzutreiben und diese Benorgas und den Klerikern weiterzugeben. Sie waren besser im Rätsel lösen als ich. Meine Stärke war es eher diese Dinge zu beschaffen. Nach etwas Glühwein aus Thalat’s Küche verschwinden die letzten Schmerzen und mein Arm ist wieder brauchbar. Als hätten die Viecher nur darauf gewartet taucht wieder so ein Echsenmensch auf. Wieder läuft das Ding an der Lanze von Dorian auf.  Der Trick mit dem Herzstich funktioniert schon nicht mehr. Wir überwältigen nach kurzem Kampf das Biest und setzen es fest. Das Ding schien mir wesentlich aggressiver zu sein als sein Vorgänger. Es schien sich seelenruhig zu sonnen und Käfer zu fressen bevor es sich wieder aufbäumte und von Dorian und mir erneut niedergestreckt wurde. Benorgas befragte Oisin nach der Schwachstelle dieses Wesens und es wurde ihm klar dass nur ein gemeinsames Ritual mit dem Priester der Sinfat und Jaeshra, der Priesterin der Oriosen das Böse aus dem Wesen bannen und es so töten konnten.

Einige der Gäste versteckten willentlich Splitter vor uns und erst nach Androhung eines nächtlichen Besuchs und dem Angebot von Sechs Silber sind sie bereit den Splitter rauszurücken. Auch die Metfee unter dem Zauber der kleinen Halbtrollin wird von Elixa und mir durchsucht und dies bringt noch mal einen Splitter zutage. Die Talbüttel Jakobs tauchen auf und untersuchen einige Diebstahlfälle. Von uns bekommen sie den Auftrag nach illegalen Metallsplittern zu suchen und diese sofort zu konfiszieren. Tatsächlich kommt so noch ein Stück zutage. Der Jakob übergibt es mir mit den Worten: Keine Fragen, Keine Lügen.

Nun fehlen nur noch zwei der Teile um das Siegel zu vervollständigen beide Teile fallen mir noch in dieser Nacht durch Oisins Wille in die Hände. Von den fünf Kugeln die wir ebenfalls benötigen hat Benorgas eine durch eine Vision von Durchlaucht Elixa gefunden. Eine zweite wurde uns von den Söldnern verkauft. Die dritte wurde von Mellion organisiert. Er hatte freiwillig den Fluch auf sich genommen und kehrte mit starken Schmerzen in der Hand zurück. Die Letzten zwei Kugeln wurden uns freundlicherweise von einer Räuberbande direkt ins Haus gebracht. Nur eine Räuberbraut überlebte den Angriff und wurde aus dem Haus geworfen, zusammen mit einem grossmäuligen Söldner.

Für das Ritual dass das Siegel wieder zusammenfügen sollte um den Riss zu schliessen und das Tor zum Magier zu öffnen benötigte der Priester der Sinfat Sonnenlicht. So lies sich diese Nacht nicht mehr viel anstellen. Unruhig schlief ich ein.

Am nächsten Morgen erfuhr ich von einem Feuerdämon und einem Ritual von Tjara, die für die Söldner der 17. Nacht ein Schwert und eine Axt verzauberte um diese Waffen besonders stark gegen die Echsenmenschen zu machen. Die Pflicht ruft diese aber fort und ich tausche mit ihm die Axt um nicht Schutzlos dazustehen. Das Schwert geht an einen Krieger des Ordens der Sinfath. Wir sind die letzte Hoffnung für die Menschen dieses Tals.

Wir ziehen zu der Brücke, von der Mellion weiss dass sie die Porte werden wird. Die Kleriker, Priester und Magier vollführen ein Ritual. Ich bin kein Gelehrter und versuche zu begreifen welche Wirkung dies haben mag. Ich kann es mir nur so erklären dass es sich um eine Art Drehtür handeln muss. Durch das Schliessen des Tores zu der Welt der Echsenmenschen öffnet sich das Tor zum Wettbewerb des Magiers. Als das Ritual endet tritt farbiger Rauch aus der Brücke und hüllt sie fast vollständig ein. Aus diesem Rauch huschen drei Echsenmenschen. Sie fauchen uns an und in ihren kleinen Augen blitzt das pure Böse auf. Die letzte Schlacht entbrennt. Es gelingt uns die Echsenmenschen zu besiegen und ich köpfe jeden einzelnen. Von Echsenmenschenblut besudelt blicke ich auf die getöteten. Leider haben es auch die Talbüttel Jakobs mit einer Ausnahme nicht überlebt. Zurück in der Hütte bietet Thalat Dorian an den Gasthof für zehn Silber zu kaufen, was Dorian auch tut und den Gasthof in „Oisins Ruh“ umbenennt.

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